Die versteckte Krankheit: ADHS bei Erwachsenen

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung) gilt gemeinhin als typische Kinderkrankheit: nicht stillsitzen können, rumzappeln, dazwischen rufen, unkonzentriert sein – „Du Zappelphilipp!“ heißt es dann oft. Mit zunehmendem Alter nimmt die motorische Unruhe meist ab. Das heißt jedoch nicht, dass die Krankheit verschwindet. Auch Erwachsene sind von ADHS betroffen.
 
Laut Statistik leiden zwei von 100 Erwachsenen an ADHS, doch das Krankheitsbild ist deutlich schwerer zu erkennen. Die Symptome werden häufig mit denen anderer psychischer Krankheiten verwechselt. Daher gilt es im Erwachsenenalter auch als „versteckte“ Krankheit, da die Diagnose ungleich schwieriger ist.

Wie macht sich ADHS bei Erwachsenen bemerkbar?

Rund 60 Prozent der Betroffenen leiden aus einer Kombination aus den Hauptsymptomen: Unaufmerksamkeit, Impulsivität und vermehrter Unruhe. Die Interaktion mit anderen Menschen und die Planung des eigenen Alltags sind oft sehr schwierig. Bei einem Drittel steht die Unaufmerksamkeit deutlich im Vordergrund. 10 Prozent leiden hauptsächlich unter Impulsivität und Unruhe.

Weiterhin können auftreten:

  • Innere Unruhe
  • Gedächtnisprobleme
  • Fingertrommeln / Fußwippen
  • Meiden oder schlechtes Aushalten von langweiligen, ruhigen Situationen (z.B. Flügen, Seminaren usw.)
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gedankenkreisen
  • Impulsivität, Sprunghaftigkeit
  • Neigung zu Suchterkrankungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Chaos, Unordnung
  • Probleme im Beruf
  • Selbstzweifel, Erschöpfung, Frustration

Unbehandelt kann eine solche Störung einen Menschen vor Herausforderungen stellen: Ausbildung und Beruf sind mitunter schwierig zu bewältigen. Häufig kreisen die Gedanken hin und her und Betroffene haben oft das Gefühl nirgends anzukommen. Mit der Erkenntnis, dass es eine Erklärung für die Symptome gibt, steigt oft auch die Lebensqualität. Ist die Störung erst einmal diagnostiziert, kann sie gut behandelt werden.

ADHS behandeln

Eine psychologische Begleitung für Betroffene ist sehr wichtig. Dabei ist das Ziel, den Alltag besser zu organisieren. Wichtige Hilfsmittel sind etwa Jahreskalender, To-Do-Listen und Erinnerungszettelchen. Auf diese Weise soll der Alltag mehr Struktur bekommen und auch bei weniger interessanten Tätigkeiten der Überblick nicht verloren gehen. Darüber hinaus müssen ADHS-Patienten lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen.

Auch bei Erwachsenen ist eine medikamentöse Behandlung mit dem bekannten ADHS-Medikament Methylphenidat möglich. Dieses kann helfen, sich besser zu konzentrieren und zu organisieren. Eine individuelle Abstimmung und regelmäßige Betreuung mit dem behandelnden Arzt ist für eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung unerlässlich.

Mit ADHS gut leben

Neben einer psychologischen und/oder medikamentösen Therapie gibt es einige Strategien, mit denen sich der Alltag besser meistern lässt. Bewährt haben sich dafür regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, ein gut strukturierter Tagesablauf und verschiedene Formen von Achtsamkeitstraining.

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