Alleinsein heißt nicht einsam sein

Alleinsein und Einsamkeit zu unterscheiden ist sehr wichtig, denn beides hat aus psychologischer Sicht nichts miteinander zu tun. Wer sich einsam fühlt, dem fehlt einfach häufig die Anerkennung durch andere Menschen. So kann man sich auch inmitten einer Gruppe einsam fühlen. Alleinsein bezeichnet lediglich die Abwesenheit anderer Menschen.

Niemand von uns ist immun gegen das Gefühl, isoliert zu sein, genauso wenig wie wir immun sind gegen Hungergefühle oder Schmerz.John Cacioppo (Einsamkeitsforscher)

Evolutions-biologische Gründe gegen Einsamkeit

Studien haben gezeigt, dass Interaktionen mit anderen Menschen das Belohnungssystem im Gehirn aktivieren. Wenn ein Mensch sozial ausgeschlossen wird, dann wird jedoch die Hirnregion aktiviert, die auch für körperlichen Schmerz zuständig ist. Grund dafür ist vermutlich, dass in der Vergangenheit der Menschheit, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe überlebenswichtig war. Der Steinzeitmensch musste mit anderen Menschen zurechtkommen, um sein Überleben zu sichern. Heute sehen wir uns eher dem gegenteiligem Problem gegenübergestellt: Wir leben mit so vielen Menschen auf engem Raum, dass es uns manchmal zu viel wird.

Warum uns Alleinsein gut tut

Zeit ganz für uns allein – das ist im Alltag häufig eine Seltenheit. Zwischen Job, Sport und familiären Verpflichtungen kommt das meist viel zu kurz. Freiwilliges Alleinsein wird in der Regel als ein „Mit-mir-selbst-sein“ empfunden – ein Nährboden für die eigene innere Haltung und ein tiefes Denken, das Zeit braucht.

Permanente Reize machen es zudem schwer, zur Ruhe zu kommen: das Handy, soziale Medien, Verkehrslärm, Großstadtgewusel, die schwatzenden Kollegen, die Musik vom Nachbarn nebenan, der Rasenmäher gegenüber usw. usf. Wenn aber das Stresslevel permanent hoch ist, kann das Gehirn keine Ruhe und Entspannung finden. Das Alleinsein ist ein Weg, sich vor unerwünschten äußeren Reizen zu schützen. Das Denken und die Entspannung können darüber hinaus die Möglichkeit geben, die eigene Kreativität zu entfalten. So ist das Alleinsein kein Leerlauf, sondern ein bewusstes „Raumgeben“ für den Geist.

Mit sich selbst zurechtzukommen, auch in schwierigen Lagen, das ist letztendlich ein Zeichen von psychischer Reife. Daher sollte man die folgenden Dinge einmal im Leben (oder auch hin und wieder) allein gemacht haben:

  • allein Wohnen
  • allein Reisen
  • allein im Restaurant essen
  • allein ins Kino/Theater/Konzert gehen
  • allein ein neues Hobby beginnen, einen Kurs belegen oder einem Verein beitreten

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