Aqua Yoga in der Toskana Therme

In der Toskana Therme Bad Sulza gibt es jetzt ein neues Sportangebot: Aqua Yoga. Wir haben Yogalehrerin Sandra Stock zum Interview getroffen und uns erklären lassen, was es damit genau auf sich hat.

Frau Stock, jeder, der schon einmal Yoga gemacht hat, fragt sich gerade: Wie macht man Yoga im Wasser?

Sandra Stock Aqua Yoga

Sandra Stock

Hauptsächlich führen wir das im Wasser stehend aus. Dabei haben die Füße Kontakt mit dem Boden. Es gibt auch eine Art Geh-Meditation. Auch auf dem Wasser liegende Übungen werden ausgeführt unter Zuhilfenahme von Poolnudeln oder auch am Beckenrand. Bei den stehenden Übungen ist das Wasser in etwa brusttief, so dass der Auftrieb recht groß ist und das Balance halten mitunter schwierig sein kann. Aber genau das macht den Reiz aus.

Was ist der Unterschied zu normalem Yoga?

Die Schwerelosigkeit, sozusagen die Leichtigkeit des Schwebens, das macht den größten Unterschied zum Yoga auf der Matte. Gleichzeitig bietet das körperwarme Wasser eine Art Geborgenheit, da in ihm die körperlichen Grenzen sich aufzulösen scheinen. Man erlebt eine gewisse Körperlosigkeit. Zumindest werden körperliche Beschwerden kaum mehr wahrgenommen. Es gibt da durchaus Parallelen zum Liquid Bodywork, das auch in der Toskana Therme praktiziert wird. Ich selbst durfte das auch schon erleben. Jedoch wird man beim Liquid Bodywork getragen und bewegt, man ist also passiv. Während man beim Yoga aktiv ist und selbst entscheidet wie stark man sich bewegt.

Welche Haltungen werden durchgeführt? Gibt es die klassischen Yoga-Asanas, wie beispielsweise den „Herabschauenden Hund“?

Nun, gerade die Umkehrhaltungen sind fast unmöglich im Wasser (lacht). Aber viele Haltungen aus dem klassischen Yoga werden ausgeführt wie beispielsweise die Heldenpositionen. Diese fördern die Balancefähigkeit und die Muskelkraft in Beinen und Schultern. Insbesondere Asanas wie der „Baum“ oder der „Tänzer Shivas“, welche auf einem Bein stehend ausgeführt werden, sind aufgrund des Wasserauftriebes eine Herausforderung – auch für geübte Yogafreunde.

Beim Aqua Yoga führen wir Yogaübungen aus, die an das Element Wasser angepasst wurden. Ich selbst entwickele die Asanas kreativ weiter, so dass sie gut im Wasser funktionieren. Nur wenige Asanas können gar nicht ausgeführt werden – alle Umkehrhaltungen zählen darunter. Bei Haltungen, die auf der Matte im Liegen oder Sitzen ausgeführt werden, nimmt man im Wasser die Poolnudeln oder den Beckenrand zu Hilfe.

Was sind die Vorteile von Yoga allgemein – im Vergleich zu anderen Sportarten?

Bei dieser Formulierung werde ich immer etwas hellhörig. Denn Yoga ist für mich kein Sport, es ist eine ganzheitliches Gesundheits- und Entspannungsmethode. Yoga ist auch mehr als die Asanas, die man so allgemein kennt. Neben den Bewegungsübungen besteht es auch in Atem- und Konzentrationsübungen, Meditation und Selbsterforschung. Es wirkt sich auf den Geist aus und vitalisiert die Lebensenergie. Jeder kann es machen, unabhängig vom Alter. Das Schöne für mich selbst ist: die Körperwahrnehmung wird gestärkt, man kann das Ich erforschen und die eigenen Grenzen kennenlernen und erproben. Yoga gibt mir Raum zum Innehalten und entschleunigt meinen Geist.

Was sind die Vorteile von Yoga im Wasser?

Im Wasser spüren wir nur zehn Prozent des eigenen Körpergewichts – und das ist letztendlich auch der große Vorteil. Menschen mit Gelenkbeschwerden, Arthrose, Knie- oder Schulterbeschwerden empfinden das als sehr angenehm, denn im Wasser werden die Gelenke entlastet. Zusätzlich hat das Wasser eine Massagewirkung auf die Haut, das ist gut für das Bindegewebe. Menschen mit Bindegewebsschwäche profitieren davon. Schwangere fühlen sich beim Aqua Yoga leicht und können sich freier bewegen. Im Wasser sind die Herausforderungen etwas verlagert im Vergleich zu Yoga auf der Matte – die Balance ist erschwert, das Gleichgewicht zu halten ist schwieriger. Aber die Verletzungsgefahr ist minimal. Aqua Yoga ist auch gut geeignet für Menschen mit Wirbelsäulenproblemen, Menschen mit Osteoporose und Übergewichtige.

Für wen ist Aqua Yoga eher nicht geeignet?

Aqua Yoga ist für fast jeden geeignet. Aber bei Menschen mit Bluthochdruck können leicht Schwindelgefühle entstehen. Auch Menschen mit akuten Herz-Kreis-Erkrankungen oder akuter Venenentzündung sollten eher darauf verzichten. Zu Beginn der Stunde frage ich immer ab, ob die Teilnehmer irgendwelche Beschwerden haben und entscheide dann, ob die Teilnahm sinnvoll ist oder ob sie lieber unterbleiben sollte.

Gibt es solche Angebote auch anderswo? Oder ist das exklusiv?
Das Aqua-Yoga-Angebot in der Toskana Therme ist ein exklusives – das gibt es so nur hier. In den USA ist Aqua Yoga tatsächlich etwas verbreiteter, aber in Deutschland gibt es nur ganz vereinzelte Angebote. In der Region Thüringen und Mitteldeutschland ist das Angebot Aqua Yoga in der Toskana Therme absolut einzigartig. Es beginnt mit dem Global Wellness Day am 10.06. und findet danach immer freitags statt. Wer Lust hat, das auszuprobieren, kann einfach in die Therme kommen und ohne Zusatzkosten zum regulären Eintritt teilnehmen. Es ist gut geeignet für Yoga-Neulinge, aber auch für Yoga-Erprobte ist es ein ganz neues Erlebnis.

Yoga mit Sandra
Sandra Stock lebt in Bad Sulza, sie mag die Idylle und die Nähe zur Natur. Vor ihrer Ausbildung zur Yoga-Lehrerin hat sie bereits zehn Jahre lang aktiv Yoga praktiziert.

Eine Ayurveda-Kur und vor allem auch ein 79-jähriger Yoga-Lehrer haben sie so inspiriert, dass der Wunsch in ihr geweckt wurde, mehr darüber zu erfahren. In Verbindung mit mehreren Asien-Reisen entstand die Idee, Yoga-Lehrerin zu werden. So dass sie vor Ort in Indien ihre Yoga-Ausbildung absolviert hat. Sie ist heute eine Multi-Style Yogalehrerin, zertifiziert durch den internationalen Berufsverband Yoga Alliances.

Sie geht oft und gerne in die Therme in Bad Sulza. So kam sie auf die Idee, Yoga im Wasser zu praktizieren und ist mit dem Konzept des Aqua Yoga auf die Therme zu gegangen, was begeistert aufgegriffen wurde.

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