Frühling lässt sein blaues Band …

Der nahende Frühling und vor allem auch das „Auf-den-Frühling-Warten“ hat von jeher viele Dichter und Poeten inspiriert. Die ersten warmen Tage, das erste zaghafte Grün, die zwitschernden Vögel und die ersten blühenden Frühlingsboten – sie alle lösen ein wunderbares Hochgefühl aus, das immer wieder zu Papier gebracht wurde. Wir wollen uns heute mit Ihnen über die schönsten Frühlingsgedichte (und den nahenden Frühling) freuen:

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte …

frühling lässt sein blaues band Wer kennt es nicht? „Er ist’s“ von Eduard Mörike ist wohl das bekannteste deutsche Frühlingsgedicht. In kalten Wintern ist das Warten auf den Frühling ein nie enden wollendes Sehnen. Die Meteorologen legen den Frühlingsbeginn auf den 1. März. Offiziell beginnt der Frühling am 21. März. Doch nicht nur der Verstand legt solche Zeiten fest. Erst wenn das Gefühl sagt: „Jetzt ist Frühling!“, dann ist es auch wirklich so weit. Und dabei spielen die im Gedicht genannten Düfte und Töne eine große Rolle:

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!Eduard Mörike (1804 – 1875)

Warum macht uns der Frühling so glücklich?

Die ersten warmen Tage und die aus dem Winterschlaf erwachende Natur fühlen sich einfach gut an. Doch warum ist das so?

Der Mensch ist darauf programmiert, bei Dunkelheit zu ruhen. Bei Licht hingegen sind wir auf Aktivität und Hochgefühl gepolt. Dabei kommt es natürlich auch zu positiven Rückkopplungseffekten: Wir sehen viele Menschen draußen und gehen dann selbst raus.

Sonnenstrahlen ändern den Hormonhaushalt. Vor allem das Schlafhormon Melatonin und das Glückshormon Serotonin haben Einfluss auf unsere Stimmung. Je mehr Licht, um so mehr wird die Melatonin Produktion zurückgefahren. Also sind wir munterer. Gleichzeitig steigt bei Sonnenlicht die Serotoninbildung und die Laune.

Frühling

Das Fell der Erde schäumt in Wellen.
Aus Bäumen und aus Schollen quellen
des Frühlings Knospen auf wie Gischt. –
Dröhnt, Fluten, – zischt!
Schlagt an die Dünen meiner Brust!
Treibt Frühlingsgrün aus meinen dürren Hängen!
Macht Leid zu Lust
und meine Liebe zu Gesängen!Erich Mühsam (1878-1934)

Heinrich Heines „Frühlingsbotschaft“ wird Ihnen im Video vorgetragen:

Frühlingsbotschaft

Leise zieht durch mein Gemüt
liebliches Geläute,
klinge, kleines Frühlingslied,
kling hinaus ins Weite.

Zieh hinaus bis an das Haus,
wo die Veilchen sprießen.
Wenn du eine Rose schaust,
sag, ich lass sie grüßen.
Heinrich Heine (1797-1856)

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