Neun asiatische Techniken, die Körper und Geist in Einklang bringen (Teil 1)

Ob Tai Chi, Yoga, Qigong oder Shiatsu – asiatische Entspannungs- und Bewegungsarten haben mittlerweile auch in der westlichen Welt Einzug gehalten. Die Einheit von Körper und Geist fördert bei diesen Methoden sowohl die Gesundheit als auch eine gesundheitliche und geistige Balance. Wir stellen Ihnen in zwei Teilen einige interessante Techniken aus Asien vor.

Qigong – Mediations- und Bewegunsgtraining

Qigong (oder auch Chigong) ist ein aus China stammendes Meditations- und Bewegungstraining. Die traditionellen Übungen sind teilweise über 1000 Jahre alt und werden in der Kampfkunst, der Meditation und in der Medizin verwendet.

Der Begriff Qigong setzte sich aus den Worten Qi (oder Chi) und Gong zusammen, die in China zentrale Bedeutung haben. So ist das Qi die hinter allen Formen stehende Wirkkraft, allgemein als „Lebensenergie“ bezeichnet. Wie alles in der Welt läuft Qi in einem Kreislauf ab: Über Nahrung, Atem, Bewegung und ähnliches wird es aufgenommen, über Ausatmen oder Interaktion mit anderen Menschen abgegeben. Gong bedeutet Arbeit, Pflege oder (beständiges) Üben. Qigong ist demnach die Arbeit mit der eigenen Lebensenergie. Diese wird nicht von außen gestärkt, sondern von innen, durch den Menschen selbst.

Qigong Übungen bestehen ähnlich wie Yoga und Tai Chi aus einer Kombination von Atem-, Bewegungs- und Konzentrationsübungen, die sich in verschiedenen Schwierigkeitsstufen staffeln. Ziel des Trainings ist eine Harmonisierung des Qi. Am bekanntesten ist die „Stehende Säule“, bei der im Stand langsame Bewegungen ausgeführt werden.

In China wird Qigong als eine der fünf Grundsäulen der Traditionellen Chinesischen Medizin sowohl präventiv als auch intervenierend genutzt. Die anderen vier Säulen sind die Arzneitherapie, Akupunktur, Massagetechniken und individuelle Diätetikprogramme.

Ayurveda – „Wissen vom Leben“

Die traditionelle indische Heillehre Ayurveda ist nicht nur eine Wellness-Anwendung, sondern eine ganzheitliche Lebensweise, die sich in allen Lebensbereichen wiederfindet. Sie betrachtete den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Charaktereigenschaften. Nach Vorstellung der Lehre besteht der Mensch aus einer Mischung der fünf Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft und Ätherfeuer. Diese wirken im Körper in Form verschiedener Konstitutionstypen (Dosha): Vata (Luft, Ätherfeuer), Pitta (Feuer, Wasser) und Kapha (Erde, Wasser). Jeder Mensch hat ein individuelles Dosh und Ayurveda stabilisiert die Harmonie innerhalb der Elemente oder stellt sie wieder her.

Neben individuellen Wellness-Anwendung ist die Grundlage der Heilmethode ist eine gesundheitsbewusste Lebensweise. Diese beruht auf einer Kombination aus ausgewogener Ernährung, körperlicher und geistiger Betätigung sowie Entspannung. Damit gewährleistet Ayurveda nicht nur nachhaltige Regeneration, sondern auch geistiges Wohlbefinden.

Zu den ayurvedischen Behandlungen und Beratungsinhalte gehören unter anderem:

  • Typgerechte Massagen mit kostbaren individuell abgestimmten Ölen
  • entsprechende Ernährungsberatung
  • Entschlackung und Nährung der Körpersysteme
  • Meditation
  • bewusstes Atmen
  • Hinweise für einen schöpferischen Umgang mit dem Leben

Übrigens, um in Indien als Ayurveda-Arzt arbeiten zu können, muss zuvor ein eigenständiger, elf Semester langer Studiengang absolviert werden.

Tai-Chi – Chinesisches Schattenboxen

tai-chiDie chinesische Bewegungstechnik Tai-Chi (auch Tai Chi Chuan) ist ursprünglich eine Kampfkunst und wird auch als „Chinesisches Schattenboxen“ bezeichnet. Diese Bewegungstechnik vereint Kampfkunst, Medizin und Philosophie. Die traditionelle innere Kampfkunst basiert auf einer schonende Ganzkörperbewegungen nach den Prinzipien der sechs Harmonien. Heutzutage wird Tai-Chi (auch Taiji) vor allem zur Entspannung und Meditation benutzt. Die korrekte Ausführung der langsamen Bewegungen führt vor allem zu einer bewussten Körperwahrnehmung, einer merklichen Entspannung des Geistes und Kräftigung des Körpers. Je nach Intensität und eigenen Ambitionen kann Tai-Chi bis zu einem schweißtreibenden Kampfkunst Workout ausgebaut werden.

Die fließenden Bewegungen, die sehr konzentriert im Stehen ausgeführt werden, dienen vor allem der Erhaltung der Gesundheit, Heilung von Krankheiten, der Selbstverteidigung und der körperlichen wie geistigen Erholung. Die konzentrierten Übungen wirken sich vor allem auf die Blutzirkulation und die Atmung aus. Das innere Chi (also die Lebensenergie) wird durch die Körperhaltung und die bewusste Atmung optimal gefördert, so dass die eigene Vitalität gesteigert wird. Gleichzeitig beugen die fließenden, langsamen Bewegungen beispielsweise Nacken- oder Rückenschmerzen vor.

In Asien wird Tai-Chi gerne von älteren Menschen ausgeübt, die sich damit fit und beweglich halten.

Shiatsu – Japanische Massagetechnik

Ähnlich wie Ayurveda ist Shiatsu nicht nur eine Massagetechnik, sondern eine eigene Lebensphilosophie, die in der Heil- und Lebenskunde verwurzelt ist. Diese Technik berührt und unterstützt die Anbindung an das Ki, die Lebenskraft. Während dieser Therapie sollen Körper, Geist und Seele harmonisiert werden, was zu einer tiefen Entspannung führen kann.

Shiatsu bedeutet sinngemäß Fingerdruck. Mit den Fingerkuppen, Handflächen oder Ellenbogen wird behutsam Druck auf die Energiebahnen (die sogenannten Meridiane) ausgeübt. Diese Energieströme sind über den gesamten Körper verteilt. Entlang dieser Meridiane befinden sich eine Vielzahl von Akupressurpunkten. Während einer Behandlung werden diese durch Wechsel von in einem gleichmäßigem Rhythmus ausgeführten Druck mit sanften Stretchings und behutsamen Bewegungselementen angeregt. Meditative und aktive Phasen können in einer Behandlung fließend ineinander übergehen.

Die besondere Kunst von Shiatsu besteht darin, die Berührung individuell auf den Menschen mit seinen augenblicklichen Bedürfnissen einzustellen. Shiatsu hat vor allem folgende positive Wirkungen:

  • dient der Entspannung
  • regt die Lebensenergie an
  • wirkt gegen Alltagsstress
  • hilft in Krisen
  • unterstützt die Selbstheilungskräfte
  • kann bei vielen Beschwerden und Symptomen eine Hilfe sein

Im zweiten Teil erfahren Sie Wissenswertes unter anderem über Reiki, Thai-Massage, Yoga und Mantra-Singen.

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