Was ist eigentlich ein Inhalatorium?

Ganz kurz und knapp gesagt, ist ein Inhalatorium ein Raum zum Inhalieren.

Historische Inhalatorien wurden einst gebaut – wie es der Name schon vermuten lässt – zur Inhalationstherapie. Solche Bauwerke – auch Gradierbauten genannt – entstanden an salzhaltigen Solequellen, wie zum Beispiel im thüringischen Bad Salzungen (Foto oben) oder Bad Sulza. Schon die Ortsnamen deuten auf den Salzgehalt der Luft und des Wassers hin. Es sollte die salzhaltige Luft inhaliert werden, die eine wohltuende Wirkung auf die Atemwege hat.

Die feinen Salzkristalle (Aerosole) in der Luft reinigen und befeuchten die Atemwege und lassen angegriffene Schleimhäute abschwellen. Besonders Menschen mit Erkältung, Bronchitis, Asthma oder Allergien profitieren von dieser heilsamen Wirkung. Noch intensiver lässt sich diese Wirkung in einem Inhalatorium erleben. Mithilfe eines Kompressors wird die Sole in der Kammer des Inhalatoriums vernebelt. Dadurch gelangen die Aerosole noch besser in die feinsten Verästelungen der Bronchien und sorgen für eine deutliche Verbesserung bei Atemwegserkrankungen.

Historisches Inhalatorium Bad Sulza

Das historische Inhalatorium in Bad Sulza wurde 1903 eröffnet. Damals waren die Apparate und die Einrichtung auf dem neuesten Stand der Technik. Über viele Jahre hinweg waren hier Kurgäste zu Gast. Auch zu DDR-Zeiten wurde das Gebäude noch als Kureinrichtung genutzt – gerade auch für Kinder-Kuren.

Seit einer grundlegenden Sanierung 1999 wird das Inhalatorium als „Haus des Gastes“ genutzt. Die Touristeninformation, die Kur- und die Stadtbibliothek sind hier untergebracht. Ein Besuch im historischen Inhalatorium Bad Sulza lohnt sich also – auch ohne Soleverneblung.

Das Bad Sulzaer „Gradierwerk Louise“ ist weiterhin in Betrieb – hier wird die salzhaltige Luft durch das Vorbeilaufen an Reisigbündeln, an denen Sole hinab läuft, eingeatmet.

Modernes Broncharium in der Toskana Therme

Die Toskana Therme Bad Sulza, die das Bad Sulzaer Solewasser in ihren Thermalbecken nutzt, stellt den Gästen gleich zwei Räume zur Verfügung, in denen Sole vernebelt wird. Jeder Thermen-, Hotel- und Klinikgast kann den Solekaltdampf-Raum im Wellnesspark frei nutzen, gern auch in Straßenkleidung. Wer in der Sauna der Zukunft entspannt, hat die Möglichkeit, das Broncharium als eine Saunaalternative zu benutzen, um die verdampfte Sole einzuatmen.