Pubertät – so klappt das Familienleben mit einem Teenie

Als Sie das kleine Bündel vor circa 14 bis 17 Jahren zum ersten Mal im Arm gehalten haben, da haben Sie sich wahrscheinlich auf der Stelle verliebt. Aber haben Sie auch daran gedacht, dass in der Zukunft ein nach „Paco Rabanne“ riechender, Sportsocken-verteilender, handy-süchtiger Troll das Kinderzimmer bewohnen wird? Wahrscheinlich nicht. Spätestens mit 14 Jahren ist es so weit: Die Pubertät setzt ein und die lieben Kleinen wollen auf eigene Faust die Welt entdecken- Meistens denken sie auch, sie seien bereits erwachsen und die Eltern sind einfach nur superpeinlich.

Entwicklungshistorisch gesehen, sind Menschen mit 12 Jahren auch Erwachsene und ursprünglich war in der Pubertät keine Elternbeteiligung mehr vorgesehen. Die jungen Erwachsenen übernahmen als nachwachsende Generation das Ruder – notfalls gewaltsam. Doch seitdem hat sich unsere Lebensdauer verdreifacht und so stehen die Eltern den Jugendlichen im Weg rum, verlangen, dass sie brav aufräumen und können einfach nicht loslassen.

 

Wie kann man das Familienleben trotz Pubertät friedlich gestalten?

Kinder- und Jugendpsychologen sind sich einig, dass die Erziehung von Jugendlichen ab 12 biologischer Unfug ist. Dennoch muss das Zusammenleben natürlich geregelt werden: am besten über die Hausordnung. Auch der Teenie möchte in aller Regel keinen Krieg, so dass sich in den meisten Fällen sehr gut verhandeln lässt.

Schaffen Sie Vertrautheit in der Pubertät.

Sie sollten nicht zum Erbsenzähler mutieren. Diskutieren Sie lieber Inhalte, statt Formalitäten. Die Party geht bis 1 Uhr, Sie wollen aber, dass das Kind 23 Uhr nach Hause kommt. Nun, warum eigentlich? Wer ist denn noch da? Wird Alkohol getrunken? Wie kommt das Kind nach Hause? Wenn die Party kein Besäufnis wird und alle sicher nach Hause kommen, könnte man doch ruhig ein oder zwei Stunden zu geben.

 

Gemeinsame Erlebnisse

Wichtig ist es, gemeinsame Erlebnisse zu schaffen – ebenso wie zu verstehen, dass Sie als Eltern bei vielen Dingen einfach nicht mehr dabei sein können. Die Basis dafür muss allerdings lange vorher gelegt werden, wie bei der Erziehung selbst. Es ist zu spät, jetzt erst damit anzufangen. Wenn Sie dies aber rechtzeitig geschafft haben, Ihr Kind sich zu benehmen weiß, Regeln einhält und mit Ihnen redet, dann ist es auch in der Pubertät so, dass Jugendliche die Verantwortung, die Ihnen übertragen wird, auch annehmen. Wenn Sie als Entwicklungsziel also nicht die Anpassung, sondern die optimale Entfaltung sehen können, ist eigentlich alles gut.

Tipps für gemeinsame Erlebnisse
Kino und Shopping geht natürlich immer, aber taugt das als gemeinsame Unternehmung, über die man sich auch hinterher noch unterhält oder sich daran erinnert? Wir haben einige Alternativen für Sie:

 

Reden hilft (fast) immer

Im Gespräch zu bleiben ist in dieser Phase natürlich ungeheur wichtig. Bleiben Sie interessiert an Ihrem Kind. Manchmal kann auch jemand äußerst hilfreich sein, der die Dinge von außen betrachtet – ein Freund oder eine Patentante. Abgrenzung funkioniert dann auch andersherum. Wenn Sie Ihrem Kind sagen „Du bist jetzt schon fast erwachsen. Das ist super, da können Papa und ich etwas zu Zweit unternehmen.“, dann ist das ein positives Signal an den Heranwachsenden und er merkt, dass er durchaus ernst genommen wird.

 

Und wer hilft jetzt im Haushalt?

Für das leidige Thema „Helfen im Haushalt“ haben wir noch einen lustigen Tipp: Der englische Familienvater Will Reid hat für seine Kinder Anleitungsvideos auf Youtube gepostet … Hier erfahren sie endlich wie das geht mit dem Toilettenrollen wechseln oder Spülmaschine einräumen.

 

 

Meist lässt auch das Thema Sex in der Pubertät nicht lange auf sich warten. Erfahren Sie hier wie Sie mit Ihren Kindern darüber reden.

 

Aufmacherbild: Unsplash / Sander Smeekes

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