Auszeit Sabbatical – einfach mal nicht arbeiten

Sabbatical – Warum nicht!? Wenn Menschen über eine berufliche Auszeit nachdenken, kommen auch ganz schnell ganz praktische Fragen. Welche das sind, haben wir mit der Reisebloggerin Julia von www.julietravels.de besprochen.

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Hallo Julia, wie kamst du auf die Idee mit dem Sabbatical?

Nach dem Abitur war ich bereits 9 Monate zum „work and travel“ in Australien. Danach war mir klar: das möchte ich nach dem Studium noch einmal machen!

Direkt im Anschluss hat das nicht geklappt, aber wie der Zufall es will, hatten zwei Arbeitskolleginnen ein Sabbatical beantragt. Die eine, um mit Ihrer Tochter durch die Alpen zu wandern, die andere, um auf einer Alm zu lernen, wie man Käse herstellt.

 

Ganz praktisch: wie funktioniert das mit der Beantragung beim Sabbatical?

Eigentlich muss man einfach nur fragen. ;-)

Die Möglichkeit zum Sabbatical ist zwar noch nicht so bekannt, tarifvertraglich aber meist schon geregelt. Letztendlich handelt es sich ja um eine unbezahlte Auszeit, der verschiedene Finanzierungsmodelle zugrunde liegen können. Ich selbst habe meinen Chef ein Jahr im Voraus darauf angesprochen und mit ihm zusammen die optimalen Rahmenbedingungen für beide Seiten ausgehandelt.

Gute Tipps zur Vorbereitung eines Sabbaticals findet man zum Beispiel auf sabbaticalbackpacking.com.

 

Wie versorgst du dich in der Zeit? (Geld, Versicherungen etc.)

Im letzten Jahr habe ich auf einen Teil meines Gehalts verzichtet, das ich während des Sabbaticals ausgezahlt bekomme. Somit bleibt ein konstanter Geldfluss auf meinem Konto bestehen, mit dem ich die laufenden Kosten (Miete, Versicherungen) deckeln kann. Dann habe ich natürlich die letzten Jahre viel gespart und auch auf das ein oder andere Luxusgut verzichtet. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel mein Motorrad verkauft. Durch meine Reise nach Australien weiß ich ja ungefähr, was auf mich zukommt. Für Neuseeland habe ich außerdem ein „work and travel“ Visa beantragt, mit dem ich vor Ort arbeiten darf. Und letztendlich werde ich ja als Backpacker reisen und somit kostengünstige Übernachtungs- und Transportmöglichkeiten nutzen.

 

Wie bereitest du dich vor auf das Sabbatical? (Im Job? Und privat?)

Im Job versuche ich kleinere Projekte soweit es geht abzuschließen und meine Kollegen immer mit auf dem aktuellen Stand zu halten. Seit mehreren Monaten machen wir eigentlich Stück für Stück Übergabe, die Vertretung ist auch schon festgelegt.

Privat lese ich fleißig Reiseblogs und Reiseführer. ;-)
Man sollte schon ungefähr wissen, wie das Land tickt, in das man reist und vor allem auch die Reisezeit beachten. Impfungen sowie die passende Ausrüstung sind fast vollständig. Dazu habe ich fast alle Flüge sowie ein paar Hotels bereits gebucht, da ich in Costa Rica in die Hauptreisezeit komme. Und für meine Eltern und Freunde habe ich ja einen Blog angelegt, auf dem ich über meine kleine Weltreise berichten werde. Insgesamt blicke ich sehr gelassen auf die Zeit.

 

Was hast du vor in der Zeit?

Meine Hauptreiseziele sind Neuseeland und Australien. Hier möchte ich als Backpacker Land und Leute kennen lernen, die fremde Kultur genießen und für mich selbst Energie tanken, Eindrücke sammeln und neue Motivation mit nach Hause nehmen. Die Zwischenlandungen nutze ich um jeweils auch zwei Wochen Thailand, Bali und Costa Rica kennen zu lernen. Die sechs Monate werden also voll ausgeschöpft!

 

Wird dir das Sabbatical im Job nützen?

Auf jeden Fall! Durch die Reise kann ich meine Englisch- und Spanischkenntnisse verbessern. Aber vor allem erhoffe ich mir dadurch eine neue „kreative Quelle“, aus der ich noch lange für meine Arbeit im Marketing schöpfen kann. Dazu gehe ich nun noch lieber an meinen Arbeitsplatz, weiß ich doch, dass mein Arbeitgeber mir vertraut und aufgeschlossen für neue Ideen ist. Schließlich hat er mich ein halbes Jahr frei gestellt. Das ist ein gutes Gefühl, das motiviert.

 

Wie stellst du dir deine Rückkehr vor? Hast du dafür auch geplant?

Durch das Sabbatical wartet zu Hause ein Job auf mich und auch die Wohnung werde ich in dieser Zeit behalten. Es wird also keinen Umzugs- oder Jobsuche-Stress geben. Dennoch bin ich schon nervös, da ich quasi von jetzt auf gleich wieder in einen 9-to-5 Rhythmus im Büro umsteigen muss. Das wird eine kleine Herausforderung.

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Liebe Julia, danke für das Interiew!

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