Warum das mit dem Stress-Ball funktioniert

Stress im Job? Nervige Kollegen, ein unzufriedener Kunde, meckernder Chef? Jeder hat so seine eigenen Methoden mit anstrengenden Situationen umzugehen. Aber viele von uns lenken sich ÔÇô h├Ąufig unbewusst ÔÇô durch irgendetwas ab: B├╝roklammern aufbiegen, Notizblock vollkritzeln, mit dem Kuli klackern oder eben einen Stressball dr├╝cken.

Das Hantieren mit irgendwelchen Dingen scheint die Konzentration zu steigern und die Anstrengung  zu mildern. Doch woran liegt das?

 

├ťbersprungshandlung: der Stressball ist Ihr Freund

Oft wird vermutet, das das Gequetsche auf einem Stress-Ball angestaute Aggressionen abbaut. Das ist einerseits richtig, aber noch nicht alles. Diese scheinbar sinnlose Handlung ÔÇô Ball dr├╝cken ÔÇô ist eine sogenannte ├ťbersprungshandlung. Das Prinzip dahinter ist simpel: wenn verschiedene Motive miteinander in Konflikt stehen, besch├Ąftigen wir uns einfach mit etwas komplett anderem.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Kurz vor der Deadline ruft der Kunde Sie doch noch mal an und hat umfangreiche ├änderungsw├╝nsche. Dann w├╝rden Sie ihm eigentlich ganz gerne mitteilen, dass das eine Frechheit ist. Diese Motivation steht aber in Widerspruch zu Ihren Handlungen als Arbeitgeber, denn schlie├člich wollen Sie ja eine gute Leistung erbringen, mit der Ihr Chef zufrieden ist.

Dieser innere Konflikt kann gel├Âst werden durch eine ├ťbersprungshandlung, die nichts mit der eigentlichen Situation zu tun hat. Es ist ein Trick des Gehirns, der uns hilft, bestimmte Stress-Situationen zu verarbeiten. Also, statt Chef oder Kunde zu beschimpfen ÔÇô greifen Sie lieber zum Stressball ÔÇô er ist Ihr Freund.

 

Stress: Weniger Denken steigert die Leistungsf├Ąhigkeit

In Situationen mit viel Stress oder gro├čem Leistungsdruck neigen wir dazu, alles wieder und wieder zu durchdenken, weil wir es einfach perfekt machen wollen. Gerade bei Sportlern ist das Ph├Ąnomen bekannt, dass zu viel Nachdenken zu schlechteren Ergebnissen f├╝hrt. Sportpsychologen der TU M├╝nchen haben mit Sportlern untersucht, inwieweit das bewusste Konzentrieren auf die Leistung vor dem Wettkampf kontraproduktiv ist: Kneteten die Sportler vor dem Wettkampf einen Stressball mit der linken Hand, verbesserte sich die Leistung und die Fehlerquote sank.

 

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