Wildkräuter: Bärlauch, Brennnessel & Co.

Vegetarische Gerichte benötigen nicht immer Zutaten aus aller Welt: Bärlauch & Brennnessel stehen oft auch unscheinbar am Wegesrand, auf Wiesen und im Wald – Wildkräuter. Sie sind alles andere als Unkraut. Im Gegenteil: Wilde Kräuter wie Brennessel, Löwenzahn, Bärlauch und Hirtentäschel helfen gegen Krankheiten, geben wunderbare Zutaten für Pesto, Suppe und Salat oder einen wohltuenden Tee ab.

Die Wildkräuter:

Vegetarische Gerichte mit Bärlauch

Vegetarische Gerichte mit Bärlauch

Bildquelle: Maria Lanznaster / pixelio.de

Wenn es im Wald verführerisch nach Knoblauch duftet, dann ist der Bärlauch nicht weit. Er ist ein direkter Verwandter der Knolle, schmeckt frisch und leicht scharf zugleich, am besten mundet er vor seiner Blüte.

Wann? Bärlauch hat von März bis Mitte Mai Saison.

Wo? Er wächst bevorzugt im Wald auf krautreichen, schattigen und feuchten Böden. Vorsicht ist jedoch beim Sammeln geboten, denn Bärlauch ähnelt dem giftigen Maiglöckchen und dem ebenfalls giftigen Herbstzeitlosen. Tipp: Duftet die Blätter beim Zerreiben nach Knoblauch, handelt es sich um Bärlauch.

Warum? Bärlauch wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus, hat eine antibakterielle Wirkung und schützt somit vor Erkältungen, Fieber und Husten. Er enthält viel Vitamin C, senkt Blutdruck und Cholesterinspiegel, wirkt beruhigend auf den Magen und beugt einer vorzeitigen Alterung vor.

Wie? In der Küche ist Bärlauch ein kleiner Allrounder. Ob Pesto, Dips oder Öl, Crepes, Knödel oder Lasagne – die Einsatzmöglichkeiten sind äußerst vielfältig.

 

Vegetarische Gerichte mit Löwenzahn

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Bildquelle: peter pleischl / pixelio.de

Gelbe Punkte auf saftig grünen Wiesen sind meist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass hier Löwenzahn wächst.

Wo? Grüne, stickstoffreiche Wiesen bieten den besten Platz für Löwenzahn. Weniger bitter sind jene Pflanzen, die an schattigen Plätzen wachsen.

Wann? Ab März können die Blätter des Löwenzahns geerntet werden, im April kommen die Blüten hinzu. Ab Herbst können die Wurzeln ausgegraben werden.

Warum? Vor allem der im Stängel enthaltene milchige Saft und die Wurzeln des Löwenzahns sind für die Heilkunde von Bedeutung. Er enthält die Vitamine A, B, C und Cholin sowie Gerbstoffe, Bitterstoffe, Spurenelemente, Inulin und Mineralsalze.

Wie? Löwenzahn eignet sich wunderbar in einem Wildkräutersalat zusammen mit Gänseblümchen und anderen Kräutern. Er hat einen recht herben Geschmack und ist daher nicht jedermanns Sache. Wer die Bitterkeit etwas mildern möchte, kann ihn vor der Verwendung mit warmem Wasser abspülen oder kurz in Salzwasser abkochen. Die Blüten der Pflanze lassen sich entweder getrocknet in Honig einlegen oder mit Wasser und Zucker zu einem Sirup verkochen. Seine Wurzeln hingegen eignen sich gut zum Dünsten oder zur Zubereitung von harntreibendem Tee.

 

Brennnessel

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Bildquelle: Ginover / pixelio.de

Die Brennnessel haben viele aus ihrer Kindheit eher in schmerzhafter Erinnerung. Doch das Frühlingskraut kann weitaus mehr! Vor allem in Kriegszeiten trug sie zum Überleben bei, da sie einen Eiweißanteil von neun Prozent hat und sich damit als Grundnahrungsmittel eignet.

Wann? Von März bis September kann die Brennnessel frisch verwendet werden

Wo? Da die Pflanze ausdauernd und anspruchslos ist, wächst sie fast überall, wo man sie wachsen lässt.

Warum? Wegen ihres hohen Eisengehalts ist die Brennnessel blutbildend. Sie wird häufig zur Entgiftung und Entschlackung empfohlen und gegen Erschöpfungszustände eingesetzt. Darüber hinaus regt sie den Stoffwechsel an, reguliert den Blutspiegel, hilft gegen Haarausfall, Unfruchtbarkeit und Impotenz.

Wie? Aus Brennnesseln lassen sich Tees, Säfte und Smoothies zubereiten, aber auch Suppen und Spinate. Außerdem lässt sie sich in Salaten verwenden oder als Topping auf Aufläufen oder Pizza. Bevor sie allerdings verwendet werden kann, muss sie von ihrem brennenden Gift befreit werden. Dies geht am besten, indem sie, in ein Tuch gewickelt, ausgewrungen wird wie ein nasser Lappen.

 

Wilden Kräutern auf der Spur

Regelmäßig finden hierzulande geführte Kräuter-Wanderungen statt, in denen Experten allerhand Wissenswertes über die wilden Pflanzen erzählen und erklären, worauf beim Sammeln zu achten ist.

 

Hirtentäschel

Hirtentaeschel_M.-Grossmann

Bildquelle: M. Großmann / pixelio.de

Hirtentäschel sieht aus wie Löwenzahn, schmeckt aber wie Rucola. Es hat seinen Namen wegen der täschelähnlichen Form des Schötchens, wird aber auch als Bauernsenf, Gänsekresse oder Blutkraut bezeichnet.

Wo? Hirtentäschel gilt als sogenanntes Hungerkraut und ist nicht sehr anspruchsvoll. Zu finden ist es daher meist an sonnigen Lehm-, Sand- oder Kiesböden.

Wann? Die Pflanze wächst, blüht und trägt Früchte fast das ganze Jahr über. Geerntet werden sollte es jedoch vorzugsweise zwischen Ende April und Anfang Juli.

Warum? Hirtentäschel bestitzt die bemerkenswerte Eigenschaft, Blutungen zu stillen. Es findet daher häufig in der Frauenheilkunde Einsatz, um langen, starken und häufigen Menstruationsblutungen entgegenzuwirken. Zudem senkt es den Blutdruck und hilft gegen Hämorrhoiden.

Wie? Die Pflanze wird getrocknet vorrangig zur Zubereitung von Tee oder Sitzbädern eingesetzt. Bei kleineren Verletzungen lässt sich auch ein Breiumschlag daraus herstellen. Aber auch in Salaten findet sie Einsatz. Die Wurzeln des Hirtentäschels lassen sich dagegen als Gewürz verarbeiten, welches geschmacklich an Ingwer erinnert. Von Juni bis September eignen sich die Samen zudem zur Herstellung von Senf.

 

Gänseblümchen

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Bildquelle: Martina Taylor / pixelio.de

In der Kindheit werden Blumenketten daraus gebastelt und später finden sie sich in der Küche wieder: Gänseblümchen, auch Tausendschön genannt, sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch vielseitig einsetzbar. Zum Beispiel als vegetarische Gerichte.

Wo? Gänseblümchen wachsen nahezu überall, geerntet werden sollten sie allerdings nur an schadstoffarmen Stellen.

Wann? Von März bis in den Herbst hinein lässt sich das Tausendschön ernten.

Warum? Gänseblümchen wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus. Aufgrund ihrer sekundären Pflanzenstoffe, Bitter- und Gerbstoffe sowie Saponinen wirkt es blutreinigend und wird unter anderem bei Rheuma eingesetzt.

Wie? Ihr leicht nussiger Geschmack macht Gänseblümchen zu einer leckeren Zutat für Salate. Verwendbar sind neben den Blüten und Blättern auch die Knospen. Sie eignen sich – in Essigmarinade eingelegt – als Kapernersatz. Getrocknete können die Blütenköpfe auch zu Tee verarbeitet werden.

 

Giersch

Giersch_Birgit-Eickenberg

Bildquelle: Birgit- Eickenberg / pixelio.de

Giersch, auch Dreiblatt genannt, wird häufig als lästiges Unkraut im Garten angesehen. Im Internet finden sich daher zahlreiche Tipps, wie es sich bekämpfen lässt. Dabei hat die Pflanze mit den kantigen Stängeln und dreiteiligen Blättern weitaus mehr auf Lager. Die Japaner haben dies längst erkannt: Dort wird Giersch bereits als normale Gemüsepflanze angebaut.

Wo? Giersch wächst vor allem in Gärten und Gebüschen

Wann? Da die Pflanze keine Pflege benötigt, wächst sie ganzjährig und kann jederzeit geerntet werden.

Warum? Giersch wird als traditionelles Heilmittel gegen Gicht und Rheuma eingesetzt und regt darüber hinaus den Appetit an, entgiftet, wirkt blutstillend und harntreibend.

Wie? Die Pflanze ist bekannt für ihr frisches Aroma, das an eine Mischung aus Möhre und Petersilie erinnert. Es lässt sich am besten in Kartoffelgerichten, Suppen und Salaten verarbeiten. Aber auch im Kräuterquark und Pesto gibt es eine gute Figur ab. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern kann es sogar erhitzt werden. Vegetarische Gerichte mit Wildkräuter, Bärlauch & Co.können nämlich auch lecker sein…

 

 

Bildquelle Aufmacher: Susanne Schmich / pixelio.de