Kuscheln als Therapie

Experten sagen, dass Kuscheln und Umarmungen Sie gesünder und glücklicher machen können. Aber was, wenn es nicht von selbst kommt?

Die gesundheitlichen Vorteile des Kuschelns sind enorm. Durch körperliche Berührungen wird in unserem Gehirn Oxytocin, das “Wohlfühlhormon”, freigesetzt, das sofort und langfristig wirkt. Es steigert verbessert unsere Stimmung und steigert unser Selbstwertgefühl. Es kann bei sozialen Ängsten bis hin zur posttraumatischen Belastungsstörung und sogar bei der Stärkung unseres Immunsystems helfen. Wenn Sie sich ein langes, gesundes und glückliches Leben wünschen, könnte Kuscheln die Antwort sein.

Kuscheln ist so wichtig, dass es sich sogar lohnen könnte, dafür zu bezahlen. Innovatoren findet neue Wege, um dieses menschliche Grundbedürfnis zu befriedigen. Vielleicht haben Sie auch schon einmal von Kuschel-Cafés oder einer Kuscheltherapie gehört und fanden das seltsam. Doch so abwegig ist die Idee gar nicht.

Wir alle brauchen Berührungen

Die Wissenschaft sagt uns, dass das Bedürfnis nach Körperkontakt bereits bei der Geburt besteht und ein wichtiger Teil – vielleicht der wichtigste Teil unseres Arterbes – ist. Der britische Kliniker John Bowlby spricht vom evolutionären Konzept der Bindung, oder das angeborene Bedürfnis des Menschen, starke liebevolle Bindungen mit anderen Menschen einzugehen. Nach Bowlby kommen menschliche Kinder bereits mit der Veranlagung auf die Welt, sich emotional an eine Mutter, einen Vater oder einen anderen Betreuer zu “binden” (mit anderen Worten: Beziehungen einzugehen), und diese Veranlagung manifestiert sich in instinktiven Verhaltensweisen, die die physische Nähe fördern (und folglich das Überleben verbessern). Deshalb weinen, säugen und klammern alle Babys – weil sie physische Nähe brauchen.

Der Mensch kann ohne Geschmackssinn leben, ohne Gehör, sogar ohne Augenlicht. Aber Sie bleiben nicht gesund, wenn Ihnen der Körperkontakt genommen wird.Martin Grunwald, Haptik-Experte, Universität Leipzig

Verhaltensforschung im Tierreich

Bowlbys Ideen sind stark beeinflusst durch die Arbeit des Verhaltensforschers Harry Harlow über “Kontaktkomfort” bei Affenbabys. In einer Reihe von Experimenten zeigte Harlow, dass körperliche Nähe und Kontakt zentrale Bestandteile der Eltern-Kind-Beziehung bei Primaten sind. Dutzende von Affenbabys wurden bei der Geburt von ihren echten Müttern getrennt und allein in Käfigen mit einer künstlichen “Mutter” aufgezogen. Einige der falschen Mütter laktierten Milch (über Flaschen) und einige nicht. Einige waren mit weichem Tuch und einige mit hartem Draht bedeckt. Harlow fand heraus, dass die Affenbabys immer und zwangsläufig die weiche, mit Tuch bedeckte “Mutter” der harten, mit Draht umhüllten “Mutter” vorzogen, auch wenn sie keine Milch gab – und diese Vorliebe war am deutlichsten, wenn die Babys in eine stressige oder seltsame Situation gebracht wurden. Harlow folgerte, dass eine der wichtigsten Dinge, die Eltern und andere Betreuer für (Primaten-)Kleinkinder tun, die Bereitstellung eines sicheren, warmen, körperlich angenehmen Zufluchtsortes ist, von dem aus sie mit den Wechselfällen des Lebens umgehen können.

Es gibt heute immer mehr Hinweise darauf, dass auch wir Menschen Körperkontakt als beruhigend empfinden, besonders wenn wir gestresst sind. Die amerikanische Forscherin Temple Grandin entwickelte eine Art “Umarmungsmaschine”, ein geniales Gerät, das tiefen Berührungsdruck auf den Körper ausübt. Dieses Gerät schien eine beruhigende Wirkung auf Kinder und Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störungen zu haben.

Kuscheln Sie oft genug?

Vielleicht denken Sie jetzt gerade an all die Menschen (und Haustiere) in ihrem Leben, die Sie emotional, spirituell und körperlich berühren. Sie sind umgeben von Freunden und Familie, die ihre Zuneigung körperlich ausdrücken, die Sie mit einer Umarmung begrüßen, die Ihre Hand nehmen, wenn Sie Angst haben, die Sie halten, wenn Sie traurig sind, die neben Ihnen am Tisch, auf der Couch oder im Kino sitzen. Vielleicht haben Sie einen Hund, der sich auf Ihre Füße legt, wenn Sie am Computer sitzen oder eine Katze, die auf Ihren Schoß springt, wenn Sie auf dem Sofa liegen.

Dann haben Sie Glück – Ihre Tage sind gefüllt mit Berührung, Kontakt und Möglichkeiten, körperliche Zuneigung zu geben und zu empfangen. Aber das könnte sich ändern. Eines Tages könnte Sie sich des Kontaktes beraubt sehen, den Sie heute genießen. Also wird es Zeit für die Kuschel-Cafés und Kuschel-Therapie. Eine “echte” Umarmung, von jemandem, der uns kennt und sich um uns kümmert, ist vielleicht am besten. Aber jede Umarmung ist besser als keine Umarmung. Auch wenn wir dafür bezahlen müssen.


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