Sex in der Pubertät: Wie erklär ich’s den Kindern?

Sie kommen meist vollkommen unverhofft – am Mittagstisch, beim gemtülichen Fernsehabend auf dem Sofa oder einfach so zwischendurch: Fragen wie „Mama, wie ist das eigentlich mit dem Sex?“ oder „Kann ich die Pille haben?“ Viele Eltern sind dann zunächst perplex, wissen nicht, wie sie reagieren sollen, wenn sich das eigene Kind plötzlich mit dem Thema Liebe, Sex und Zärtlichkeit beschäftigt und seinen eigenen Körper entdeckt. Dabei ist es gar nicht so schwer, wenn man ein paar einfache Tipps beachtet.

Sex in der Pubertät: Kein Grund zur Besorgnis

Locker bleiben…

… Aus einem Aufklärungsgespräch sollten Eltern keine Wissenschaft machen, das verunsichert nur unnötig. Wenn Fragen im Alltag auftreten, empfiehlt sich, direkt und präzise zu antworten, ohne große Reden zu schwingen. Auch wenn Mama oder Papa keine Antwort parat haben, sollten sie dies offen zugeben. Das zeigt dem Kind, dass es sich um ein emotionales Thema handelt.

 

Offen mit dem Thema umgehen…

… Familien, in denen eine offene und vertraute Atmosphäre herrscht, in der auch das Thema Sexualität nicht verschwiegen oder gar tabuisiert wird, bieten auch ihren Kindern einen einfachen und unverkrampften Zugang zum Thema.

 

Ernst nehmen…

… Kommt das Kind nach Hause und wirft mit Kraftausdrücken wie „Hurensohn“, „Nutte“ oder „schwule Sau“ um sich, sind viele Eltern zunächst schockiert. Jetzt ist es wichtig, dies nicht abzutun oder einfach zu schimpfen, sondern dem Kind zu erklären, was diese Begriffe überhaupt bedeuten. Wichtig: Je weniger spektakulär dies geschieht, desto geringer ist die Chance, dass das Kind diese vulgären Ausdrücke weiter benutzt.

 

Nicht tabuisieren…

… Kinder entdecken schon früh ihren eigenen Körper. Bereits als Kleinkinder machen sie die ihren Erfahrungen mit ihrem Körper. Wer dies verbietet, gibt seinem Sprössling das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun. Dabei ist es etwas ganz Natürliches und sollte auch so hingenommen werden.

 

Mit Humor nehmen…

… Wenn Eltern ihr Kind bei sexuellen Spielen überraschen, mag dies ein peinlicher Moment sein – sowohl für die Erwachsenen als auch das Kind. Sie sollten dennoch versuchen, gelassen zu reagieren und ihm nicht das Gefühl geben, etwas Falsches getan zu haben. Ein lockerer Spruch wie „Ups, da hab ich mich wohl in der Tür geirrt“ hilft, über die peinliche Situation hinwegzuretten.

 

Ängste abbauen…

… Wenn der eigene Sohn oder die Tochter einen Freund oder eine Freundin hat, die älter ist, dann könnte sich das Kind unter Druck gesetzt fühlen, etwas zu tun, was es nicht möchte. Eltern sollten ihren Sprösslingen erklären, dass ein „Nein“ vollkommen in Ordnung ist, dass sie sich zu nichts gezwungen fühlen sollten und es ihr gutes Recht ist, über sich selbst zu bestimmen.

 

Bildquelle: momosu / pixelio.de